Warum es das hier gibt
Es fing mit mIRC an.
mIRC erschien 1995, brachte Skripte, Bots und Dateiaustausch auf den Windows-Desktop und prägte eine ganze Generation. Es wird bis heute gepflegt, aber das, was Messenger heute können, kam nie dazu. Ich bin zum IRC gekommen, als es seinen Höhepunkt erreichte. Wer in Browsergames und Multiplayer-Spielen unterwegs war, kam gar nicht daran vorbei. Man traf sich im Channel der Allianz, des Clans oder des Servers, und dort wurde alles besprochen: Absprachen, Streit, Insiderwitze und der Weg zum nächsten Spiel. Nebenher lief Teamspeak oder Ventrilo, wenn es ernst wurde und man die direkte und schnelle Kommunikation im Team brauchte.
Dann hat sich die Welt weitergedreht.
Neue Technik kam auf den Markt, und die Kommunikation zog um. Heute läuft gefühlt neunzig Prozent meiner Gaming-Kommunikation über eine der großen Plattformen. Das ist bequem, und ich verstehe jeden, der sie nutzt.
Aber etwas ist verloren gegangen.
Bei den großen Anbietern entscheidet man nicht selbst, wo die eigenen Daten liegen oder wofür sie verwendet werden. Ständig kommen neue Regeln, und fast genauso oft hört man, dass Unternehmen dieser Größe sie nicht immer ernst nehmen oder dass Daten durch eine Panne bei Dritten gelandet sind. Das früher selbstverständliche „Das ist mein Server“ gibt es dort nicht mehr.
Und IRC hat nie aufgeholt.
Nach mIRC kam kein Nachfolger, der neue Funktionen unabhängig vom Protokoll gebracht hätte. IRCv3 hat versucht nachzuhelfen. Aber jede Erweiterung ist freiwillig: Jeder Server und jeder Client entscheidet selbst, ob und wann er sie übernimmt. Bis heute fehlt in den meisten Netzen sogar der Chat-Verlauf, den man von jedem modernen Messenger erwartet. Bis dahin waren alle längst woanders.
Selbst hosten war immer unser Ding.
Die Leute, die ich über IRC, Teamspeak, Ventrilo und Co. kennengelernt habe, hatten eines gemeinsam: Man betrieb seinen Server selbst, und er gehörte einem. Das war für viele von uns kein Sonderwunsch, sondern der Kern der Sache.
Also bauen wir es noch einmal.
Crosstalk ist ein Chat zum Selbsthosten mit dem Gefühl von damals. Dazu kommen die Dinge, auf die heute niemand mehr verzichten will: Voice, Video und Screenshare, Reaktionen, Dateien, Suche, verschlüsselte Direktnachrichten und ein Client, der im Browser und auf dem Handy läuft. Du hast die Datenbank, du hast die Regeln, und du entscheidest, wer hereinkommt.
Wie früher, nur ohne die Kompromisse.